Eine ev. Gesamtschule im Schulzentrum Hilden

 

Die Bildungslandschaft in Hilden ist seit über 150 Jahren geprägt durch das Engagement evangelischer Christen, die in der Itterstadt zukunftsweisende Ideen in Tat umgesetzt haben.

Angefangen mit Wilhelmine Fliedner, die, unterstützt durch ihren Vater Theodor und die Kaiserswerther Diakonie, im Jahr 1861 speziell nur für Mädchen eine bis dahin in der Region nicht bestehende Möglichkeit geschaffen hat, einen qualifizierten Bildungsabschluss zu erreichen bis in die in die Zeit unseres neuen Jahrtausends, in dem das Ev. Schulzentrum mit Realschule und Gymnasium jungen Spätaussiedlern die Möglichkeit geboten hat hier im geschützten Rahmen die Mittlere Reife oder die allgemeine Hochschulreife zu erwerben.

Der junge Mensch stand und steht im Mittelpunkt unserer Arbeit im eSz.

Doch, so wie sich die Zeiten wandeln, so haben sich auch die pädagogischen Herausforderungen geändert.
Die Ev. Kirche im Rheinland als Trägerin des Schulzentrums in Hilden, hat daher in enger Abstimmung mit den Leitungen vor Ort beschlossen, ab dem nächsten Schuljahr unsere Einrichtung so zu verändern, dass auch solche Kinder die Möglichkeit haben die Schulen an der Gerresheimer Straße zu besuchen, denen das bisher aus schulrechtlichen Gegebenheiten nicht möglich war.

Das Gymnasium bleibt in seiner bisherigen Struktur erhalten, vermindert aber seine Größe von bisher vier auf drei Eingangsklassen.
Die Realschule wird keine neuen Kinder mehr aufnehmen.
Stattdessen wird eine neue Ev. Gesamtschule eingerichtet, die sehr viel differenzierter auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler eingehen kann:

  • So können Jugendliche, denen das Lerntempo am Gymnasium zu zügig ist hier in neun Jahren (statt am Gymnasium in acht Jahren) ihr Abitur ablegen,
  • Kinder mit eingeschränkten Empfehlungen der Grundschulen können sich auf Grund eines besonderen Förderkonzeptes und der Möglichkeit eines vielfältigen Differenzierungsangebotes besser entwickeln,    
  • die Struktur der Gesamtschule mit im Unterrichtsplan integrierten Stunden für die Erledigung von Aufgaben und Projekten garantiert eine Betreuung auch an vier Nachmittagen
  • Zwischen beiden Schulformen ist ein Wechsel möglich, so dass Schüler auf das Gymnasium wechseln können, um dort zügiger zum Abitur gelangen zu gelangen und Gymnasiasten bei möglichen Leistungsdefiziten auf die Gesamtschule übergehen können, um ihre Defizite im Rahmen der vielfältigeren Differenzierungs- und Fördermöglichkeiten dieser Schulform auszugleichen
  • In einer Klasse eines jeden Jahrganges der Gesamtschule wird es auch für Schülerinnen und Schüler mit gesundheitlichen Einschränkungen die Chance geben im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten einen Schulabschluss zu erreichen, da die räumlichen Gegebenheiten im Ev. Schulzentrum eine Inklusion ermöglichen.
  • Zusammengefasst bedeutet diese Neuausrichtung unserer evangelischen Bildungseinrichtung in Hilden für alle eine deutliche Verbesserung der Möglichkeiten– unter Bewahrung der Tradition und des Altbewährten. Wie alle Schulen in Trägerschaft unserer Kirche stellt sich auch das Ev. Schulzentrum Hilden der Aufgabe und ihrer aus den Glauben entspringenden Verantwortung im Rahmen ihrer Möglichkeiten vielen Kindern – leider nicht alle – die Chance, zu einer auf ihren individuellen Fähigkeiten beruhenden, allumfassende Bildung.


Von Theodor Fliedner ist kurz vor der Fertigstellung des ersten Schulgebäudes an der Gerresheimer Straße folgender Satz überliefert:

„Nur treu das Pflänzlein pflegen, es hat Zukunft!“

Dieser Satz hat für das evangelische Schulzentrum Hilden bis heute Gültigkeit .


Guedo Wandrey, Schulleiter

   
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