Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

als Schule der Evangelischen Kirche im Rheinland ist es uns ein Anliegen, den Schülerinnen und Schülern soziales Denken näherzubringen, vorhandene innere Einstellungen bewusst zu machen, zu reflektieren und so einen Reifungsprozess zu fördern. Sie erhalten nun die Gelegenheit, praktische Erfahrungen in Lebensbereichen zu sammeln, die ihnen häufig fremd sind. Durch die direkte Begegnung und ihr aktives Handeln sollen sie zu sozialem Engagement angeregt werden.     

Das geschieht durch das Diakonie Praktikum W F S.

 

 Was ist ein Diakoniepraktikum?

Um soziales Nachdenken und Handeln der Schülerinnen und Schüler zu fördern sowie zu eigenem Engagement anzuregen, versucht die Schule die Jugendlichen aus den Schulmauern herauszuholen und sie neue Wege auch emotionalen und praktischen Lernens gehen zu lassen. So ermöglicht das Diakoniepraktikum Lernen durch Erleben, es bietet Einblicke und Erfahrungen in Lebensbereiche und -situationen außerhalb des Alltagslebens der Jugendlichen in diakonisch-karitativen und sozialen Aufgabenfeldern. Die Schülerinnen und Schüler machen sich vertraut mit

  • der Situation der betroffenen Menschen,
  • den Aufgaben und Arbeitsweisen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • der Zusammenarbeit in der Hilfesituation
    und setzen sich mit ihren eigenen Reaktions- und Verhaltensweisen auseinander.

 

 

Wie wird das Diakoniepraktikum an der WFS durchgeführt?

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 werden im Religionsunterricht theoretisch auf das Praktikum vorbereitet. Dabei werden soziale Fragestellungen, psychologische Aspekte, rechtliche Voraussetzungen etc. geklärt. Währenddessen ist es die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler, sich eine Praktikumsstelle eigenverantwortlich zu suchen und einen Rückmeldebogen in den Religionsunterricht mitzubringen. So wollen wir als Schule die Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler fördern und einen weiteren Gewinn an Selbstvertrauen ermöglichen.

Die Praktikumsphase ist von Anfang der Herbstferien bis zum Ende der Weihnachtsferien. In dieser Zeit leisten die Schülerinnen und Schüler insgesamt zwölf Stunden im Nachmittagsbereich in der ausgewählten Praktikumsstelle. Das kann dienstags, freitags, samstags oder sonntags sein. Über eine sinnvolle Arbeitszeit verständigen sie sich mit den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in den jeweiligen Praktikumssituationen und mit den Religionslehrerinnen und -lehrern. Als Nachweis muss ein Stundenzettel eigenständig geführt werden.

Am Ende des Praktikums erstellen die Schülerinnen und Schüler einen Erfahrungsbericht, der in Form und Inhalt in der Vorbereitungsphase besprochen wird.

 

 

Welche Rolle haben die Lehrerinnen und Lehrer?

Die Religionslehrerinnen und -lehrer bereiten das Praktikum inhaltlich im Unterricht vor und nach. Sie knüpfen an Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler an.

Auch überprüfen sie, ob die Schülerinnen und Schüler eine Praktikumsstelle finden, geben Hilfestellungen dabei und stellen so sicher, dass die Arbeit im Praktikum den Grundgedanken und der Zielperspektive des Diakoniepraktikums entspricht und dass die Teilnehmenden ihren Dienst angemessen erfüllen.

 

Was ist bei der Auswahl des Praktikumsplatzes zu beachten?

Das Diakoniepraktikum soll kein zweites Berufspraktikum sein. Im Mittelpunkt der Tätigkeit soll der Umgang mit Menschen stehen, gerade mit solchen Menschen, mit denen die Schülerinnen und Schüler sonst vielleicht seltener in Kontakt kommen.

Mit Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen "am Rande" der Gesellschaft leben, etwa

  • weil sie alt oder krank sind,
  • weil sie bedürftig sind,
  • weil sie behindert sind.

 

Im Hinblick auf diese Zielsetzung kommt ein Kindergarten nicht in Frage!

Möglich ist aber auch ein Praktikum außerhalb von Institutionen. Die Schülerin oder der Schüler kann sich im direkten Umfeld (Nachbarschaft/Bekanntenkreis) umschauen, ob z. B. ein älterer Mensch Unterstützung gebrauchen kann. Keine direkten Familienangehörige erlaubt.

 

Hier eine Zusammenstellung möglicher Aufgabenfelder zum Weiterdenken:

Behinderteneinrichtungen, Krankenhäuser

Altenheime, Demenz Café, Demenz WG

Flüchtlingshilfe, Café to meet

Drogenberatungsstellen (z.B. Jugendgruppe der Einrichtung „Mühle e.V.“)

Einrichtungen für Obdachlose

Seniorenbegegnungsstätten, Senioren Club

Sozialdienst katholischer Frauen und Männer „Tafel“ oder „Kleiderkammer“

Sanitätsdienst, Grüne Damen

u.s.w.!

 

 

Wie wird das Diakoniepraktikum bewertet?

Als Grundlage für die Leistungsbewertung dient die sonstige Mitarbeit im Unterricht sowohl in der Vorbereitung als auch in der Reflexion des Praktikums, die Bewertung des Erfahrungsberichtes sowie ein kurzes Zeugnis der Praktikumsstelle.

Über die Teilnahme am Diakoniepraktikum wird den Schülerinnen und Schülern eine gesonderte Bescheinigung ausgestellt, die sie als schriftlichen Nachweis für das soziale Engagement bei Bewerbungen verwenden können.

 

Schlusspunkt

Als Schlusspunkt setzt die Schule einen gemeinsamen Wortgottesdienst mit der gesamten Jahrgangsstufe 9 und den Religionslehrerinnen und -lehrern in der Aula. Eine kurze Rückschau auf die Erwartungen und der erfolgte Erfahrungszuwachs werden gewürdigt werden. Zuletzt erhalten die Schülerinnen und Schüler ihre Teilnahmebescheinigung des Diakoniepraktikums.

 

   
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